Alles Rost, oder was?

Immer wieder liest man auf den bekannten Webseiten oder in Fachmagazinen darüber, wie Rost an einem
Modell dargestellt wird. Und hier speziell für den Militärmodellbau. Aber auch beim Dioramen oder
Modellen von Schiffen. Die Mittel, um Rost darzustellen sind inzwischen vielfältig. Das Angebot
reicht von Farben, über Pigmente, Zweikomponentensysteme die Eisenpartikel zu einer schnellen
Oxidation anregen, bis hin zu echtem Rost, der zerkleinert und pulverisiert auf das Modell
aufgebracht wird.

Aber eines wird gerne vergessen: Bevor man daran geht, ein kleines Modell zu verrosten, muß man
zuerst wissen, wie Rost im Original an einem Gegenstand oder einer Maschine aussieht. Erst dann
kann man daran gehen, es im kleinen Maßstab zu reproduzieren.

Sie denken „Rost ist gleich Rost“? Auf den folgenden Fotos sehen sie das genau das nicht der Fall
ist!

Die Aufnahmen zeigen einen Silobehälter auf einer Gebäudebaustelle. Wohlgemerkt: EINEN Behälter. Es
ist bemerkenswert, welche unterschiedliche Schattierungen Rost auf einer ganz kleinen Fläche
verteilt sein können. Als Lackabplatzer unter denen der Rost mit mehr oder weniger scharfkantigen
Abgrenzungen „blüht“. Als Pocken, die sich wie kleine Hügel auf der Lackierung erheben. In
Kombination mit blanken Metall und Schlieren und Ablaufspuren, wo Wasser die Rostpartikel, der
Schwerkraft folgenden, nach unten verteilt.

Unsere Umgebung ist voll von Dingen, die sich als Studienobjekte für den Modellbau eignen. Einfach
mal beim nächsten Spaziergang mit „offenen Augen“ unterwegs sein. Denn auch ein Modellbauer lernt
nie aus.

Bernd Heller / Modellbauclub Koblenz
September 2015
Seite Heller
<